Playing Arts Manifest – Protest: Bis zum 21. Juni mitmachen!

Liebe Netzwerkmitglieder, Playing Artists und Verbündete,
macht mit bei unserer Manifest-Aktion als Protest gegen unseren Rausschmiss aus dem BAKD-Programm!
Die BAKD (Bundesakademie für Kirche und Diakonie), die nach der Schließung des Burkhardthauses dessen Schwerpunkt “Kulturelle Bildung” übernahm und in ihr Programm aufnahm, räumt Playing Arts für 2017 keinen Platz mehr in ihrem Programm ein. Ab September unter neuer Leitung will die BAKD ihre Schwerpunktsetzung neu bestimmen.

Der Vorstand hat bereits protestiert, zugleich das Interesse bekundet, auch in Zukunft Angebote über die BAKD laufen zu lassen. Wie dem auch sei: Wir möchten diesen Schritt der BAKD nicht unkommentiert lassen und rufen euch daher dazu auf, unser Manifest zu unterstützen und an zwei Personen zu richten, die Einfluss nehmen könnten:
Frau Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel ist die Leiterin der Bildungsabteilung der EKD und im Vorstand der BAKD und Johann H. Claussen ist der Kulturbeauftragte der Evang. Kirche in Deutschland – EKD.

Wir rufen euch auf: Spielt mit dem Manifest!
Lest es laut, verwandelt es, bringt es in eure eigene Form und schickt das ausgefüllte angehängte Dokument sowie ggf. eine Spur eures Manifests an bildung@ekd.de (Frau Dr. Sendler-Koschel), kultur@ekd.de (Herr Claussen) und eine Kopie an den Vorstand: info@netzwerk-spielundkultur.de

Soweit das möglich ist, posten wir eure Beiträge auf Facebook und playing-arts.de, um uns gegenseitig und die Öffentlichkeit zu informieren.

Falls ihr was per Post schicken möchtet, meldet euch bei info@netzwerk-spielundkultur.de und wir geben euch die Adressen.

Die Aktion läuft über 4 Wochen. Schicke dein Manifest bis zum 21. Juni (Sommeranfang) ab.

Macht mit, habt Spaß, ladet andere dazu ein! Je größer der Protest, desto besser. Eine ähnliche Aktion hat schon einmal gewirkt!

Hier die Vorlage zum Ausfüllen und Abschicken: Playing Arts Manifest

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IMG_2877Playing Arts – Manifest über die Hingabe zur Kulturellen Bildung

Wenn Kultur das ist, was in unserer Gesellschaft das Menschsein offenbar werden lässt,
dann müssen wir Räume schaffen, in denen der Mensch sich gestaltend offenbaren kann.
Das will Playing Arts.

Wenn Bildung die subjektive, individuelle, unnachahmliche Aneignung von Welt ist,
dann müssen wir Welt erlebbar, begreifbar, probierbar, riskierbar machen.
Das macht Playing Arts.

Wenn Kultur das ist, was unsere Werte bewahrt, hinterfragt und weiterentwickelt,
dann müssen wir Impulse setzen, die anregen, irritieren, wach machen.
Das schafft Playing Arts.

Wenn Bildung nicht gemacht, sondern nur assistierend angeregt werden kann,
dann müssen wir anstiften statt anleiten und Selbstausdruck radikal zulassen und unterstützen.
Das kann Playing Arts.

Wenn Kultur einen sinnlichen Zugang zu Sinnfindung und Spiritualität eröffnen soll,
dann müssen wir unsere Sinne lebendig halten.
Das vollbringt Playing Arts.

Wenn Bildung ihre Prozesse nur in einem wertschätzenden Rahmen statt unter Leistungsdruck entfaltet,
dann müssen wir Resonanz mit Wertschätzung auf Augenhöhe geben.
Das bietet Playing Arts.

Wenn Kultur als soziale Plastik nur in Gemeinschaft lebendig ist,
dann müssen wir ein tragfähiges Netzwerk spannen und Dialoge verwirklichen.
Das gelingt Playing Arts.

Wenn Bildung auf Begeisterung und Vergnügen gründet,
dann müssen wir begeistern und uns begeistern lassen.
Das schafft Playing Arts.

Wenn Playing Arts Räume schafft, Welt riskierbar macht, Impulse setzt und anstiftet,
wenn Playing Arts Zugang und Rahmung bietet, ein Netzwerk spannt und begeistert,
dann müssen wir spielen.
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Playing Arts ist heute für mich:

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

Darum habe ich …………………………………………………………………………………….………..

dieses Manifest oder Auszüge daraus am: ……………………………………………………….…………
um: ………………………………………………………………………………………….…………..……
in:   ……………………………………………………………………………………………………………

(gespielt, gekocht, gemalt, gefeiert, getanzt, gebetet, geklöppelt, geknetet, gedichtet, gestickt, gesungen, geklebt, geschrieben, gemeißelt, gepredigt, gebacken oder dreimal hintereinander laut oder leise ausgesprochen):………………………………………………………………………………………………………….

Ein Beleg ist ggf. beigefügt (als Foto, DVD, Abdruck, Auszug, Rezept, Materialprobe oder etwas ganz anderes) bzw. unter folgendem Link zu finden:

Ort, Datum, Unterschrift

3 Kommentare

  1. Lebenskunst die schönste und Schwierigste
    – Jules Romains-

    „Leben ist allumfassend, bunt, vielfältig, kreativ und chaotisch.
    Wenn heutzutage das Leben der meisten Menschen nicht allumfassend, bunt, vielfältig, kreativ und chaotisch ist, so ist das kaum ein Zufall, sondern gewollt.

    Illusion als Ware

    Chaos, Vielfalt und Kreativität können für eine moderne Industriegesellschaft gefährlich sein. Darum werden Menschen in ihr künstlich nivelliert. Ihre Kreativität wird ihnen abgekauft, auf den Bereich der Produktion gelenkt und zum Beispiel der Firma nutzbar gemacht. (dabei spielt es keine Rolle, ob diese Firma nun Aluminiumfelgen, Theaterinszenierungen, Babynahrung, Waffen oder Kunstausstellungen <produziert<.) Was dann als Wunsch nach Buntheit und Vielfalt noch übrig bleibt, wird über Moden, Trends oder Zeitgeist- Epidemien kanalisiert. Hierzu muss es konsumierbar gemacht und angeboten werden. Normalerweise reicht dazu der Fernseher, in hartnäckigen Fällen muss schon mal ein Open-Air, ein Abenteuerurlaub oder ein neues Cabriolet herhalten. All das kann man in Agenturen kaufen, buchen, ordern, bestens geschmiert vom Gleitmittel „Werbung“. Ein kluges System, vor allem, weil die Nivellierten ihre Nivellierung kaum bemerken. Geschickt wird ihnen die Illusion belassen, sie seien tatsächlich kreativ, wo sie doch in Wirklichkeit vorgefertigte Ware konsumieren, Illusion, die man kaufen kann.

    Jeder Mensch ein Künstler?

    Der Wert, den Kunst, Kultur und Lebensart in einer Gesellschaft anstelle von Konsum einnehmen, ist ein Gradmesser für Freiheit, denn künstlerische Verwirklichung erfordert Kreativität und Kreativität braucht den Freiraum." Horst Stowasser, in "Anarchie!"
    Eines meiner Lieblingsbücher. Hier gibt es einige Zitate für Leute, die meinen, künstlerische Freiräume beherrschen oder einengen zu müssen.

    • Annegret Zander

      Danke, Martina! Ist der Text unter „Illusion als Ware“ ein Zitat?
      Magst du vielleicht bei der Aktion mitmachen? Ein Bild und der ausgefüllte Bogen, den du auch anders ergänzen kannst statt „Playing Arts ist für mich…“ Bildende Kunst ist für mich …“ Viele Grüße
      Annegret

  2. Pingback: #Playing Arts Manifest – Netzwerk Spiel & Kultur.

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