Es gibt tolle Ausstellungstitel

Schon seit längerer Zeit beobachte ich mich bei der Lektüre von Ausstellungsankündigungen, dass meine Gedanken wie nach einer Weiche sich oft in zwei verschiedene Richtungen verzweigen. Zum einen schaue ich, ob mich eine Ausstellung interessiert, ob mir Termin und Ort irgendwie passen und ich die Ausstellung besuchen möchte und kann. Die andere Richtung interessiert mich aber mindestens genauso sehr: Ausstellungstitel sind oft tolle Anreger und ein Impuls für meine Phantasie und für die Frage: Was würde ich tun, wenn ich den einen oder anderen Titel einer Kunst-Ausstellung jetzt als Ausgangs-Impuls für einen Tag in meinem Spiel-Raum, in meinem Atelier-Raum in Buttenhausen nehmen würde. Was würde mich interessieren, was würde ich gerne als erstes tun und ausprobieren, auf welches Material, welches Werkzeug würde ich zuerst zugreifen, was wären erste Schritte, erste Versuche?

So gehts mir gerade mit dem Titel der aktuellen Ausstellung im Kunst-Museum Stuttgart: „Prägungen und Entfaltungen“. Das lockt mich schon in Tun.

Aber auch die Titel der Ausstellung „Huguette Caland – A Life In A Few Lines“ in den Deichtorhallen in Hamburg und „Daniel Spoerri – Ich Liebe Widersprüche“, in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg.

Und natürlich kann die gegenwärtige Ausstellung „Yayoi Kusama“ und die dazu passende Begleitausstellung „Eine kleine Kunstgeschichte des Punktes“ in der Fondation Beyeler in Basel-Riehen auch eine interessante Anregung fürs eigene Spiel sein – ich selbst habs ja immer mal wieder mit Kreisen und Punkten.